Audi /VW: Neue Informationen zum Abgasskandal

Abgasskandal

Audi /VW: Neue Informationen zum Abgasskandal

Donnerstag, 4. Juli 2019

Wie Recherchen des Bayerischen Rundfunks ergaben, hat das Kraftfahrtbundesamt (KBA) die VW - Tochter in mehreren Schreiben darauf hingewiesen, dass nicht nur eine, sondern vier Abschalteinrichtungen bei der Abgassteuerung entdeckt worden sind. Laut dem am Montag, 01. Juli 2019 ausgestrahlten Fernsehbericht hat Audi bis Januar 2018 - und damit mehrere Jahre nach ersten Informationen zu Manipulationen bei VW - Fahrzeuge mit manipulierten Abschalteinrichtungen verkauft. Die Schreiben des KBA an die Hersteller werden nicht veröffentlicht. Der BR bezieht sich auf ein Schreiben des KBA von Dezember 2017, in dem das KBA darlegt, dass gleich vier (und nicht nur eine) Abschalteinrichtungen problematisch sind.
Audi hatte 2007/2008 vor, mit neuen, umweltfreundlichen Dieseln insbesondere auf den US-Markt erfolgreich zu sein. Um die bei Dieselfahrzeugen hohen Stickoxid-Emissionen zu neutralisieren, wurde ein Abgasreiningungsystem mit künstlich hergestellten Harnstoff als Wirkstoff entwickelt, das so genannnte AdBlue-System.

Die neuen Dieselfahrzeuge verbrauchten jedoch im Regelbetrieb mehr AdBlue-Reinigungsmittel als vorgesehen, so dass die von Audi geplanten Tanks für die AdBlue-Flüssigkeit zu klein waren. Um zu vermeiden, dass der Kunde selber den AdBlue-Reinigungsstoff nachfüllen musste, kam man auf die Idee, den AdBlue-Verbrauch im Strassenverkehr herunterzufahren.

Nur im Prüfbetrieb auf dem Mesststand wurde die korrekte Menge an AdBlue zugeführt. Im normalen Strassenverkehr wurde die Menge reduziert, wodurch die Schadstoffemmissionen die zulässigen Grenzwerte weit überschritten.

Die Abgassteuerungssoftware wurde eigens so programmiert, dass sie erkannte, wenn sich das Fahrzeug auf einem Prüfstand befand und die Grenzwerte im so genannten "Effizienzmodus" eingehalten werden mussten. Im normalen Strassenverkehr wurde der "Sparmodus" eingeschaltet, der AdBlue-Verbrauch damit minimiert. Es wurde bewusst in Kauf genommen, dass die gesetzlichen Grenzwerte um ein Vielfaches überschritten wurden.

Mehrere hunderttausend Fahrzuge mit 3,0 und 4,2 Liter Diesel-Motoren von Audi, die vom VW-Konzern in VW-, Audi- und Porsche-Fahrzeugen verbaut wurden, sind von den Erkenntnissen der Berichterstattung betroffen. Audi plante somit schon seit 2007/2008, die Zulassungsbehörden und den Kunden bewusst über die Schadstoffemissionen bei den produzierten Motoren zu täuschen.

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