Banken verlangen Negativzinsen auf Guthaben

Banken verlangen Negativzinsen auf Guthaben

Montag, 15. Juni 2020

Immer mehr Banken verlangen von ihren Kunden Negativzinsen, die sie häufig als „Verwahrentgelte“ tarnen.

Nachdem solche Strafzinsen zunächst für Geschäftskunden ab einem Guthaben von 100.000,00 Euro anfielen, berechnen Banken diese mittlerweile auch gegenüber Privatkunden. Betroffen sind nicht mehr lediglich Sparanlagen oder Fest- und Tagesgeldkonten, auch bei Girokonten werden diese vermehrt auf das Guthaben erhoben, teilweise bereits ab dem ersten Euro.

Damit geben die Banken die Zinsen, die sie an die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihre dortigen Rücklagen zahlen müssen, an ihre Kunden weiter.

Mittlerweile ist kaum mehr eine Kontoeröffnung möglich, in der die jeweilige Bank nicht eine Klausel vorgibt, nach der ihr die Erhebung von Negativzinsen bzw. Verwahrentgelten auf das Guthaben möglich ist.

Gegenüber Bestandskunden ist die nachträgliche Aufnahme einer solchen Klausel hingegen nicht einseitig möglich. Hierzu bedarf es der ausdrücklichen Zustimmung durch den Kunden. Aus diesem Grund fordern Banken ihre Kunden nunmehr schriftlich oder telefonisch auf, eine entsprechende Vereinbarung zu unterzeichnen. Sie suggerieren dabei, dass sie aufgrund des anhaltenden Niedrigzinsniveaus einen Anspruch darauf hätten, was jedoch nicht den Tatsachen entspricht.

Wir raten Betroffenen dringend davon ab, eine solche Vereinbarung zu unterzeichnen.

Andere Banken versuchen ihre Kunden dazu zu überreden, ihr Guthaben in Kapitalanlagen umzuschichten, um diesem Negativzins zu umgehen. Hieran haben die Banken ein erhöhtes wirtschaftliches Interesse, da sie dafür nicht unerhebliche Provisionen erhalten. Auch davon raten wir dringend ab, da solche Anlagen meist höchst spekulativ sind und zahlreiche Risiken bis hin zum Totalverlustrisiko des gesamten Vermögens bestehen.

Verbraucher berichten uns, dass ihre Hausbanken sie regelrecht unter Druck setzen. Wir empfehlen Ihnen daher, sich gegen diese fragwürdige Geschäftspraxis zur Wehr zu setzen.

Diesbezüglich arbeiten wir mit der Verbraucherzentrale Berlin e.V. zusammen, um gemeinschaftlich gegen dieses Verhalten vorzugehen. Verbraucherzentralen anderer Bundesländer haben bereits erfolgreich gegen die Erhebung von Negativzinsen geklagt.

Sollten auch Sie von Negativzinsen betroffen sein, setzen Sie sich gerne mit uns in Verbindung. Wir erstellen Ihnen eine kostenlose Ersteinschätzung, ob ihre Bank Negativzinsen verlangen kann bzw. ob Sie auf bereits erhobene Negativzinsen einen Erstattungsanspruch haben. Gerne nehmen wir Sie auch auf die Liste für eine mögliche Musterfeststellungsklage auf.

 

 

Kontakt

Poppelbaum Geigenmüller
Rechtsanwälte

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